Sprachentwicklung bei Kindern

Trotz einer Reihe von Gemeinsamkeiten im Spracherwerb von Kindern, ist jedes Kind individuell in seinen sprachlichen Fähigkeiten zu betrachten. Durch das tägliche Erleben nicht-sprachlicher und sprachlicher Kommunikation lernen Kinder in Interaktion zu treten und Objekte und Handlungen entsprechend zu verstehen. Der Wortschatz wächst zunehmend und auch die grammatischen Fähigkeiten erweitern sich. Wir haben nachfolgend beispielhaft für Sie zusammengefasst, wie die Entwicklung der sprachlichen Fähigkeiten bei Kindern in einem Alter von vier bis sechs Jahren ablaufen kann.

 

Sprachliches Potential von Kindern aktivieren

Für die frühkindliche Entwicklung haben der Erwerb und die Verbesserung der Sprache und Kommunikationsfähigkeit eine besondere Bedeutung. Diese Fähigkeiten erlauben die Interaktion mit der Umwelt und bilden so eine essentielle Grundlage für emotionale und soziale Beziehungen. Die frühkindliche Entwicklung der Sprache kann auf verschiedenen Wegen gefördert werden. So auch beispielsweise durch aktiv gesprochene Dialoge oder mit Hilfe von dialogischem Lesen.

 

 

 

Aktiv gesprochener Dialog

 

Für den Erwerb der sprachlichen Fähigkeiten, im Speziellen die Weiterentwicklung des Wortschatzes, ist es wichtig, dass das Kind möglichst viel gesprochene Sprache erfährt. Ihm wird dadurch ermöglicht neue Wörter, Sonderformen und Eigenheiten der Sprache zu festigen und auszubauen.

Entscheidend sind hier sowohl das Sprachverständnis, als auch die eigene Sprachproduktion. Beides wird im Dialog gefördert. Zum einen kann die Sprache als „Werkzeug“ des Kindes dienen, um seine Gedanken, Gefühle und Bedürfnisse an den Gesprächspartner auszudrücken. Zum anderen bekommt das Kind im Dialog direkte Rückmeldung über das Gesprochene und wird ggf. durch seinen Gesprächspartner indirekt korrigiert. Durch dieses korrektive Feedback wird der natürliche Dialog nicht durch Verbesserungen unterbrochen, sondern die Aussage des Kindes fließt in die Antwort des Gesprächspartners ein. Ein Beispiel dazu:

K: Mama, ich habe den Ball gefangt!

M: Du hast den Ball gut gefangen! Wirfst du ihn mir zurück?

In diesem Dialog bildet das Kind die Zeitform durch die bereits verinnerlichten Regeln der regelmäßigen Konjugation. Die Mutter wiederholt das Gesagte, verwendet hierbei allerdings die richtige Verbform. So wird dem Kind die Möglichkeit gegeben, diesen irregulären Fall durch Wiederholung zu erlernen. Durch den Gebrauch und der Wahrnehmung von Sprache erlernt und ergänzt das Kind im Laufe seiner Entwicklung die eigenen sprachlichen Fähigkeiten.

Dialogisches Lesen

 

In den letzten Jahren gelangte auch in Deutschland in der vorschulischen Bildung die Entwicklung der sprachlichen Fähigkeiten des Kindes in das Blickfeld. Bei flächendeckenden, in den Bundesländern eingeführten Tests zur Ermittlung der kindlichen Sprachentwicklung, wurde festgestellt, dass etwa ein Viertel aller Vorschulkinder Sprachförderbedarf haben.[1]

Diese Ergebnisse geben Anlass, Möglichkeiten im Bereich der Sprachförderung zu identifizieren, die sowohl das Sprachverständnis als auch die Sprachproduktion auf spielerische Weise fördern. Dialogisches Lesen kann hier eine wichtige Methode sein. Bei diesem Konzept erzählt das Kind die Geschichte mit und das Buch wird gemeinsam erforscht. Damit wird ein reines Vorlesen oder Geschichtenerzählen durch den Erwachsenen, bei dem die Einwürfe des Kinders oftmals nur kurz kommentiert werden, vermieden.

Das dialogische Lesen nutzt unterschiedliche Techniken (siehe Tabelle), die das Kind dazu anregen, über das Erzählte zu kommunizieren und sich in die Geschichte einzubringen. Durch gezielte Fragen und Übungen wird das Kind aufgefordert, die Geschichte zu rekapitulieren und aktiv an der Erzählung mitzuwirken. Im Folgenden werden beispielhaft Techniken des dialogischen Lesens vorgestellt:

Strategie Beschreibung Beispiel
Ergänzung Lücken, die das Kind auffordern, ein Wort zu ergänzen bzw. einen Satz zu vervollständigen E.: „Auf der Insel lebten drei _____.“
Erinnerung Fragen, die das Kind auffordern, sich an ein bestimmtes Detail zu erinnern E.: „Weißt du noch, worüber sich die Frösche gestritten haben?“
W-Fragen Was-, Wo- und Warum-Fragen E.: „Warum ärgert sich die Kröte denn jetzt?“
Verknüpfung Fragen, die das Kind veranlassen, das Geschehen im Buch mit eigenen Erlebnissen zu verknüpfen E.: „Hast du dich auch schon mal mit jemandem gestritten?“
Korrektives Feedback richtige Äußerungen des Kindes positiv verstärken und misslungene Äußerungen indirekt korrigieren K.: „Die haben sich immer so gestreitet.“ E.: „Genau, das waren die Frösche, die sich immer so gestritten haben.“

Lonigan & Whitehurst konnten in ihren Untersuchungen zeigen, dass Kinder, deren sprachliche Entwicklung einen Rückstand auf Gleichaltrige aufwies, mit der Methode des dialogischen Lesens diesen Rückstand innerhalb kurzer Zeit aufholen konnten.[2] Weitere Ergebnisse dieser Studie waren, dass der aktive Wortschatz erweitert und grammatikalische Strukturen eingeübt werden konnten. Des Weiteren konnte gezeigt werden, dass sich durch den Einsatz von Lob ein positiveres Selbstbild des Kindes aufbaut.

Sprachförderung mit Lingufino

 

Sowohl der aktiv gesprochene Dialog als auch das dialogische Lesen sind für die Sprachentwicklung von Kindern in den ersten Lebensjahren bedeutende Elemente. Bei der Entwicklung von Lingufino wurden diese Elemente berücksichtigt, um eine optimale Förderung des Spracherwerbs in der Kindheit zu unterstützen. Durch die Möglichkeit des aktiven Sprachdialogs unter Einsatz von Lingufino stellt die Entwicklung eine Innovation auf dem Gebiet der frühkindlichen Sprachförderung dar.

Der Sprachdialog wird mit Hilfe eines bidirektionalen Sprachinterfaces ermöglicht. Dieses initiiert eine Kommunikation im Rahmen vielfältiger Frage-Antwort-Spiele, Reimspiele, Zungenbrecher oder durch Lieder. Durch die Gestaltung der Dialoge und Abenteuer wird ein Großteil der Techniken des dialogischen Lesens (s. o.) direkt in den Spielfluss eingebunden. So finden sich aus obiger Liste die Ergänzung, die Erinnerung, W-Fragen, korrektives Feedback und Verknüpfungen in Lingufinos Spielen wieder.

Die Anforderungen in den Spielen und Aufgaben sind variabel gestaltet, um das Kind weder zu unter- noch zu überfordern. Wird Lingufino eine falsche Antwort gegeben, hilft er beispielsweise durch Tipps weiter oder ermuntert zu einem neuen Versuch. In Bezug auf Farbwahl und Inhalt der Bildfolgen sowie auf Komplexität der Grafiken sind die Illustrationen im Buch sowohl an die Erlebniswelt von vier- bis sechsjährigen Kinder angepasst als auch an ihre kognitiven Fähigkeiten. Darüber hinaus bietet Lingufino über verschiedene Spiele dem Kind an seine Fähigkeiten zu schulen. Spielinhalte sind beispielsweise Farben, Zahlen, Präpositionen, Synonyme, Tiere, Pflanzen und Gegenstände. Das Ziel der Merk- und Rätselspiele ist die Verbesserung von Konzentration und Merkfähigkeit.

Neben der Berücksichtigung von Ergebnissen aus der Erziehungswissenschaft liegt ein Hauptaugenmerk auf dem Spaß beim Spielen mit Lingufino sowie auf die Vielseitigkeit und Offenheit für Kreativität. Aus diesem Grund ist Lingufino ein klassisches Plüschtier, das als Spielzeug die pädagogischen Inhalte integriert. Durch das ergänzende Buch entsteht die zauberhafte Welt von Lingunia, in der das Kind gemeinsam mit Lingufino immer wieder etwas Neues entdecken kann.

Mit Lingufino können Kinder und Eltern gemeinsam die Abenteuer der illustrierten Bücher erleben, die bunte Welt von Lingunia entdecken sowie Freude am Sprechen erfahren. Auf diesem Weg wird mit Lingufino rein spielerisch der Spracherwerb begleitet und die Kommunikationsfähigkeit des Kindes gefördert.