Sprachentwicklung von Kindern

Jedes Kind entwickelt sich individuell. Dennoch ist es möglich, Gemeinsamkeiten im Spracherwerb von Kindern festzustellen. Gewinnen Sie einen Überblick darüber, welche sprachlichen Fähigkeiten Kinder in welchem Alter erwerben.

 

Sprachliches Potential von Kindern aktivieren

Für die frühkindliche Entwicklung haben der Erwerb und die Verbesserung der Sprache und Kommunikationsfähigkeit eine besondere Bedeutung. Diese Fähigkeiten erlauben die Interaktion mit der Umwelt und bilden so eine essentielle Grundlage für emotionale und soziale Beziehungen. Die frühzeitige Entwicklung der Sprache kann auf verschiedenen Wegen gefördert werden. Das kann beispielsweise durch aktiv gesprochene Dialoge oder mit Hilfe von dialogischem Lesen geschehen.

 

 

 

Aktiv gesprochener Dialog

 

Für den Erwerb der sprachlichen Fähigkeiten und die Weiterentwicklung des Wortschatzes ist es wichtig, dass das Kind möglichst viel selbst gesprochene Sprache erfährt. Nur dadurch ist es möglich, neue Wörter , Sonderformen und Eigenheiten oder komplizierte Strukturen der Sprache kennenzulernen und zu festigen.

Entscheidend sind hier sowohl das passive Aufnehmen von Beispielen, als auch die aktive Benutzung und das Ausprobieren von Sprache. Beides kann am besten in einem Dialog passieren, bei dem die Sprache als Werkzeug des Kindes dient, um seine Gedanken, Gefühle und Bedürfnisse auszudrücken. Des Weiteren bekommt das Kind im Dialog direkte Rückmeldung über das Gesprochene und kann bei Bedarf korrigiert werden. Um den Dialog nicht durch Verbesserungen zu unterbrechen, bietet es sich an, die Aussage des Kindes in die Antwort einfließen zu lassen. Ein Beispiel dazu:

K: Mama, ich habe den Ball gefangt!

M: Den Ball hast du gut gefangen! Wirfst du ihn mir zurück?

In diesem Dialog bildet das Kind die Zeitform durch die bereits verinnerlichten Regeln der regelmäßigen Konjugation. Die Mutter wiederholt das Gesagte, verwendet hierbei allerdings die richtige Verbform. So wird dem Kind die Möglichkeit gegeben, diesen irregulären Fall durch Wiederholung zu erlernen. Durch solches Benutzen und Wahrnehmen der Sprache erlernt und ergänzt das Kind im Lauf der Jahre seine Fähigkeiten. Die Bildung des Wortschatzes ist nie zu Ende und dauert auch noch im Erwachsenenalter an.

Dialogisches Lesen

 

In den letzten Jahren gelangte auch in Deutschland die Entwicklung der sprachlichen Fähigkeiten des Kindes in das Blickfeld der vorschulischen Bildung. Bei flächendeckenden, in den Bundesländern eingeführten Tests wurde festgestellt, dass etwa ein Viertel der Vorschulkinder Sprachförderungsbedarf haben.[1]

Aus dieser Feststellung heraus wird die Frage aufgeworfen, wie auf spielerische Weise das Sprachverständnis und das Sprechen selbst gefördert werden kann. Welche Werkzeuge können diesem Förderbedarf gerecht werden, ohne den Kindern die Freude an Sprache zu nehmen? Dialogisches Lesen kann hier eine wichtige Säule sein. Bei diesem Konzept wird kein reines Vorlesen oder Geschichtenerzählen durch den Erwachsenen fokussiert, bei dem Einwürfe des Kindes bestenfalls kurz kommentiert werden. Vielmehr erzählt das Kind die Geschichte mit und das Buch wird gemeinsam erforscht.

Untersuchungen von Lonigan & Whitehurst kommen zu dem Ergebnis, dass mit dieser Methodik Kinder, deren sprachliche Entwicklung einen Rückstand auf Gleichaltrige aufwiesen, diesen innerhalb kurzer Zeit aufholen können.[2] Außerdem wird der aktive Wortschatz erweitert und grammatikalische Strukturen werden eingeübt. Durch das Lob baut sich darüber hinaus ein positiveres Selbstbild des Kindes auf. Das dialogische Lesen nutzt viele unterschiedliche Techniken, die das Kind dazu anregen, selbst zu kommunizieren und sich einzubringen. Durch gezielte Fragen und Übungen wird das Kind aufgefordert, die Geschichte zu rekapitulieren und selbst aktiv an der Erzählung mitzuwirken. Im Folgenden werden einige praktische Techniken des dialogischen Lesens vorgestellt:

Strategie Beschreibung Beispiel
Ergänzung Lücken, die das Kind auffordern, ein Wort zu ergänzen bzw. einen Satz zu vervollständigen E.: „Auf der Insel lebten drei _____.“
Erinnerung Fragen, die das Kind auffordern, sich an ein bestimmtes Detail zu erinnern E.: „Weißt du noch, worüber sich die Frösche gestritten haben?“
W-Fragen Was-, Wo- und Warum-Fragen E.: „Warum ärgert sich die Kröte denn jetzt?“
Verknüpfung Fragen, die das Kind veranlassen, das Geschehen im Buch mit eigenen Erlebnissen zu verknüpfen E.: „Hast du dich auch schon mal mit jemandem gestritten?“
Feedback richtige Äußerungen des Kindes positiv verstärken und misslungene Äußerungen indirekt korrigieren K.: „Die haben sich immer so gestreitet.“ E.: „Genau, das waren die Frösche, die sich immer so gestritten haben.“

 

Sprachförderung mit Lingufino

 

Da sowohl der aktiv gesprochene Dialog als auch das dialogische Lesen für die Sprachentwicklung von Kindern besonders in frühen Jahren sehr wichtig ist, wurden diese Erkenntnisse zur optimalen Förderung des Spracherwerbs in der Kindheit bei der Entwicklung von Lingufino umgesetzt. Lingufino ermöglicht einen aktiven Sprachdialog und ist damit eine Innovation auf diesem Gebiet.

Der Sprachdialog wird mit Hilfe eines bidirektionalen Sprachinterfaces ermöglicht. Dieses initiiert eine Kommunikation im Rahmen vielfältiger Frage-Antwort-Spiele, Reimspiele, Zungenbrecher oder durch Lieder. Durch die Gestaltung der Dialoge und Abenteuer wird ein Großteil der Techniken des dialogischen Lesens (s. o.) direkt in den Spielfluss eingebunden. So finden sich aus obiger Liste die Ergänzung, die Erinnerung, W-Fragen, Feedback und Verknüpfungen in Lingofinos Spielen.

Die Anforderungen, die Lingufino an das Kind stellt, sind variabel gestaltet, um das Kind weder zu unter- noch zu überfordern. Wird eine falsche Antwort gegeben, hilft Lingufino beispielsweise durch Tipps weiter oder ermuntert zu einem neuen Versuch. Die Illustrationen im Buch sind nicht nur auf die Vorlieben der vier- bis sechsjährigen Kinder angepasst, sondern auch an ihre kognitiven Fähigkeiten in Bezug auf Farbwahl und Inhalt der Bildfolgen sowie Komplexität der Grafiken. Darüber hinaus wird mit Lingufino Wissen transportiert und geschult. Lerninhalte sind beispielsweise Farben, Zahlen, Präpositionen, Synonyme, Tiere, Pflanzen und Gegenstände. Die Merk- und Rätselspiele verbessern zudem die Konzentration und Merkfähigkeit.

Neben der Berücksichtigung wissenschaftlicher Aspekte der Erziehungswissenschaft und Pädagogik liegt ein Hauptaugenmerk natürlich auch darauf, dass das Spielen mit Lingufino Spaß bereitet sowie vielseitig und offen für Kreativität ist. Aus diesem Grund wurde als zentrale Figur ein klassisches Plüschtier verwendet, um die pädagogischen Inhalte in ein Spielzeug zu integrieren. Durch das ergänzende Buch entsteht die zauberhafte Welt von Lingunia, in der das Kind gemeinsam mit Lingufino immer wieder etwas Neues entdecken kann.

Mit Lingufino können Kinder und Eltern gemeinsam die Abenteuer der illustrierten Bücher erleben, die bunte Welt Lingunia entdecken sowie Freude am Sprechen erfahren. Auf diesem Weg wird mit Lingufino rein spielerisch der Spracherwerb begleitet und weiterentwickelt, wodurch die Kommunikationsfähigkeit des Kindes signifikant gefördert wird.